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Kindergarten-Werkstattwochen bei der Kreishandwerkerschaft Flensburg

Kleine Baumeister erkunden das Handwerk

Beim Errichten eines Mauerwerks packten die jungen Handwerker fleißig an.

Abwechslungsreich geht es zu in den Werkstatthallen der Kreishandwerkerschaft am Harnis. Gerade für Kinder gibt es hier eine Vielzahl spannender Dinge zu entdecken. Nicht ohne Grund sind die alljährlichen „Werkstattwochen für Kindergärten“ äußerst beliebt und inzwischen zu einem festen Bestandteil im Bereich der Erlebnispädagogik geworden.

Wie in den vergangenen Jahren ist auch 2019 das Interesse an einer Teilnahme unter den regionalen Kindergärten groß. Verschiedene Einrichtungen aus Flensburg und der näheren Umgebung nahmen vom 29. April und bis zum 10. Mai an dieser besonderen Aktion teil. Insgesamt werkelten über 300 Kinder in den Werkstatthallen am Hanis unter fachkundiger Aufsicht und entdeckten somit frühzeitig die Berufswelt auf eine spielerische Art und Weise.

Die Ausbildungsmeister und Auszubildenden der einzelnen Fachrichtungen leiteten die Kinder an, das Handwerk zum Beispiel beim Mauern oder bei kreativen Holzgestaltungsarbeiten kennenzulernen. Am jeweiligen Tagesprogramm beteiligte sich auch die Friseur-Innung mit einem umfangreichen Schmink- und Gestaltungsangebot. Einen erlebnisreichen Bobby-Car-Parcours organisierte zudem die Kfz-Innung und für das alltägliche Frühstücksangebot, gesponsert vom Versorgungswerk der Kreishandwerkerschaft, zeigte sich die Fleischer-Innung verantwortlich.  Eine vorbildliche Aktion also, die dem regionalen Nachwuchs erneut viel Freude bereitete.


Obermeisterversammlung der Kreishandwerkerschaft Flensburg

Kreishandwerksmeister Günther Görrissen (li.) ehrt die ehrenamtlichen Leistungen von Johannes Thomsen

Verschiedene Innungsvorstände neu- und wiedergewählt

Im Kontext einer mehrheitlich positiven konjunkturellen Stimmung eröffnete Kreishandwerksmeister Günther Görrissen Ende April die Frühjahrstagung der Obermeister. Unter dem Tagungsordnungspunkt „Aktuelles aus den Innungen“ informierten die anwesenden Obermeister über die jeweilige wirtschaftliche Lage ihrer Mitgliedsbetriebe. Innungsübergreifend kann die derzeitige Auftragslage als besonders erfreulich bewertet werden.  Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.

Die Friseur-Innung hat einen neuen Vorstand gewählt. Motiviert und engagiert wollen die Mitglieder die derzeitigen Herausforderungen angehen. Die Maler-Innung eröffnete erst kürzlich ihre neue Malerschule auf dem Gelände der Kreishandwerkerschaft am Harnis. Die grundlegende Neugestaltung setzt zukunftsorientierte Aspekte. Die Mitglieder der Fleischer-Innung beschäftigt derzeit die jeweilige Preisentwicklung für Schweine-Erzeugnisse und Kältemittel. Für beide Segmente sind die Preise stark angestiegen. Nachwuchsprobleme gibt es insbesondere bei den Fleischereifachverkäuferinnen. Für die Kfz- und Tischler-Innung stellten sich jeweils die neu gewählten Obermeister vor. Günther Brodersen (Kfz) und Thorsten Göldner (Tischler) berichteten erstmalig vom aktuellen Geschehen aus ihrer jeweiligen Innung. Für die Fachbetriebe der Kfz-Innung wird die Umsetzung der neuen AU-Verordnung zu einer Herausforderung. Bis zum Jahresende sollen alle Betriebe zertifiziert werden. Die Vorgänger von Günther Brodersen und Thorsten Göldner erhielten auf der Obermeistertagung eine würdevolle Auszeichnung für ihre langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Günther Görrissen (Kfz) und Johannes Thomsen (Tischler) zeigten sich sichtlich erfreut.

Das Grußwort der Handwerkskammer übermittelte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Dirk Belau. Der Gastredner lobte die grundsätzliche Pflege der „Kultur des Dialogs“ und ging auf die aktuelle Konjunkturumfrage ein. Bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen berichtete Dirk Belau von einem positiven Anstieg. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn 645 Verträge abgeschlossen (Vorjahr 597).  Positives auch aus der Politik: Die Meistergründungsprämie kommt und die Rückführung zur Meisterpflicht soll 2019 noch umgesetzt werden.

Im Bericht des Kreishandwerksmeisters ging Günther Görrissen unter anderem auf den Stand der Bildungsmaßnahmen ein. Erfreulich ist die hohe Auslastung, einhergehend mit einer Personal- und Raumknappheit. Die Kreishandwerkerschaft plant daher bauliche Veränderungen. Per Abstimmung plädierten die Obermeister für die Umsetzung weiterer Planungsschritte. Folgende Termine kündigte der Kreishandwerksmeister unter anderem an: Himmelfahrtstreffen der rechtschaffenden Fremdgeschriebenen in Flensburg (30. Mai), Obermeistertagung am 21. November in den Räumlichkeiten der VR-Bank sowie die Vergabe der Jugendhandwerksmedaille bei der Nord-Ostsee Sparkasse am 9. Dezember.


Handwerkerfrühschoppen 2019

Handwerk und Politik: Herausforderungen gemeinsam meistern

Kreishandwerksmeister Günther Görrissen

Der Festsaal des Restaurants „Borgerforeningen" diente Ende Januar erneut als Kulisse für den traditionellen Handwerkerfrühschoppen. Geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft folgten der Einladung der Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land zur insgesamt 32. Veranstaltung.

Mit Spannung wurde die Festrede von Kreishandwerksmeister Günther Görrissen zum Thema „Handwerk und Politik – Politik und Handwerk" erwartet. Das Jahr 2019 wartet mit neuen Herausforderungen und Aufgaben auf das Handwerk. Die Fachbetriebe sprechen von einer guten konjunkturellen Lage.

Doch nicht nur die Wirtschaftskraft ist entscheidend, sondern auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweiges: „Über 30 Prozent aller Lehrlinge in Schleswig-Holstein werden im Handwerk ausgebildet. Damit sorgen wir überproportional dafür, dass durch ein funktionierendes duales Ausbildungssystem die Jugendarbeitslosenquote so gering ist wie fast nirgendwo sonst in Europa", betonte der Kreishandwerksmeister. Wenn junge Menschen durch ihre Arbeit eine gute Zukunft haben, dann ist das auch ein Garant dafür, dass die gesamte Gesellschaft davon profitiert: „Das Handwerk ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst. Gemeinsam mit der Politik müssen wir die Herausforderungen meistern".

Doch Voraussetzung dafür ist, dass Fachkräfte zu bekommen sind. Zahlreiche Stellen sind nicht besetzt und auch viele Ausbildungsplätze sind noch frei. „Das Handwerk muss sich immer wieder präsentieren und den jungen Menschen klar machen, was sich für ein großes Potenzial gerade jetzt bietet", so Günther Görrissen. Um junge Menschen an das Handwerk zu binden, muss aber noch mehr getan werden, betonte Görrissen weiter: „Dabei brauchen wir auch die Hilfe der Politik. Zum Beispiel erst eine Ausbildung im Handwerk und dann studieren". Auf das Schwerpunktthema seiner Rede „Handwerk und Politik – Politik und Handwerk" ging Kreishandwerksmeister Günther Görrissen im Anschluss gezielt ein.

Bundes-, landes- und kommunalpolitische Entscheidungen haben direkten Einfluss auf das Handwerk vor Ort. So ist zum Beispiel das Kfz- Gewerbe von den Debatten zu den Themen Fahrverbote und Messmethoden stark betroffen. „Es gibt Nachrüstsätze, die den Diesel sauberer machen. Doch diese kosten richtig viel Geld. Dieser Mehraufwand darf nicht am Handel und unseren Kunden hängen bleiben. Die Politik ist aufgefordert, den Herstellern klare Vorgaben zu machen", mahnte Görrissen. Beim Thema Messmetoden forderte Görrissen gleichgewichtete Vorgaben, die EU weit gelten. „Dass Verbrennungsmotoren Abgase erzeugen und unsere Gesundheit gefährden ist fakt. Diese Gefährdung zu minimieren ist eine große Aufgabe. Aber bitte nicht nur bei den Autofahrern ansetzen. Schiffe, Braunkohlekraftwerke, Flugzeuge und Industrieanlagen gehören ebenfalls dazu".

Die E-Mobilität ist eine Alternative, so Görrissen weiter, aber ob die Energie- und Ökobilanz auch aufgeht, ist aktuell schwer zu beurteilen. Der Kreishandwerksmeister richtete dabei sein Augenmerk auf die Herstellung und Entsorgung der benötigten Batterien sowie die Rohstoffgewinnung: „Wir müssen die ökologischen und politischen Begleitumstände stets berücksichtigen".

Mit langen Bearbeitungszeiten bei Baugenehmigungen hat seit Jahren das Bauhandwerk zu kämpfen. Der Kreishandwerksmeister informierte über konstruktive Gespräche mit Vertretern der Stadt. „Den Erwartungen müssen nun Taten folgen", so Günther Görrissen. Auch das Thema Ausschreibungen ist stets präsent. Hierbei setzt das Handwerk auf das neue Vergabegesetz, das es auch für kleine und mittlere Betriebe wieder interessant macht, an Ausschreibungen teilzunehmen. Die Umsetzung eines neuen Verpackungsgesetzes bewertet Görrissen grundsätzlich als positives Signal.

Doch im betrieblichen Alltag gibt es gravierende Unterschiede zu beachten, die oftmals zu Unklarheiten führen: „Neue Gesetze sind gut, man muss sie aber auch verstehen. Wir hören immer das Wort „Entbürokratisierung". Dies muss auch mal mit Leben gefüllt werden. Ein Aufruf an die Politik".

Verständnis erntet das Handwerk derzeit für Anregungen zum Änderungsgesetz aus dem Jahre 2004, das zur Abschaffung der Meisterpflicht in einigen Berufen führte: „Es besteht die Chance dazu, dass in einigen Gewerken der Meister wieder zur Pflicht wird. Die Politik diskutiert gerade darüber und ich hoffe, dass dies auch durchgesetzt werden kann. Zum Wohle des Handwerks und der Qualität", erklärte Günther Görrissen.