Allgemein

Freisprechungsfeier der Bau-Innung Flensburg Stadt und Land 2019

Mit Beharrlichkeit und Flexibilität zukunftsorientiert durchstarten

KHFL
Die diesjährigen Jung-Gesellen des Maurer- und Zimmerer-Handwerks.

Mit den drei Losungsworten des Handwerks, in Ehrbarkeit – Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, eröffnete Obermeister Hans-Henning Hansen Ende Juli die traditionelle Freisprechungsfeier der Baugewerbe-Innung Flensburg Stadt und Land in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte am Harnis. Nach zwei- und dreijähriger Lehrzeit konnten jetzt insgesamt 19 Maurergesellen, 17 Zimmerergesellen sowie ein Ausbaufacharbeiter ihre Ausbildung mit der Gesellen- beziehungsweise Facharbeiterprüfung erfolgreich abschließen. Zusätzlich dabei auch ein Maurer sowie vier Zimmerer Gesellen, die bereits im Januar ihren Prüfungsabschluss besiegelten.

Für die erfolgreichen Prüfungsteilnehmer beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt, so Obermeister Hans-Henning Hansen: „ Ihr habt während der Ausbildungszeit viel gelernt, zahlreiche Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickelt und durch das erfolgreiche Bestehen der Prüfung unter Beweis gestellt: Ihr seid den Anforderungen des Berufes gewachsen“. Handwerker mit einer qualifizierten Ausbildung werden dringend gebraucht: „Handwerk hat Vergangenheit, Gegenwart aber vor allem auch Zukunft. Ihr werdet Euren Weg machen, wenn Ihr Beharrlichkeit und Flexibilität gleichermaßen unter Beweis stellt“. Aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechnen die Betriebe weiterhin mit einer guten Auftragslage. Der Obermeister betonte, dass ein lebenslanges Lernen erforderlich ist, um nicht zurückzufallen und den Anschluss zu verlieren: „Der Wille, sich selbst Verbesserungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu erarbeiten, ist für den persönlichen Erfolg von großer Bedeutung. Diejenigen, die diese Fähigkeiten besitzen oder erwerben, werden sich durchsetzen“.

Nicht unerwähnt ließ Hans-Henning Hansen das vorbildliche Ausbildungsengagement der regionalen Fachbetriebe. Das aktuelle Ausbildungsjahr startet im August mit sehr starken Lehrlingszahlen. Zusätzlich startet in Kürze die nächste Auflage des Programms „Berufsstart Bau“. Diese Einstiegsqualifizierung richtet sich speziell an Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen. Bewerbungen bei der Kreishandwerkerschaft am Harnis sind noch möglich.

Als Festredner der traditionellen Freisprechungsfeier begrüßte Hans-Henning Hansen den schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten Johannes Callsen. Mit Lob und Anerkennung würdigte Johannes Callsen die Leistungen der diesjährigen Absolventen und machte auf die besondere Tradition dieser ehrenvollen Veranstaltung aufmerksam. „Mit Optimismus können Sie jetzt in die Zukunft starten. Eine qualifizierte Ausbildung schafft exzellente berufliche Perspektiven. Geben Sie stets Rat und zeigen Sie Sachverstand“, so Johannes Callsen.


Projekt "JobNavi" erfüllt Herzenswunsch von Kindern

"JobNavi" Praxisprojekt: Eine Tankstelle für "Bobbycars"

Die Leiterin der städtischen Kindertagesstätte, Silke Rux (re.), mit den Teilnehmern der diesjährigen "JobNavi" Maßnahme.

In der städtischen Kindertagesstätte Fruerlund kommen sie täglich zum Einsatz: Die beliebten Bobbycars. Der großzügig angelegte Außenbereich in der Fruerlunder Straße 64 bietet dafür auch eine Vielzahl an Möglichkeiten. Jede Pause wird von den Kindern genutzt, um in Einzelfahrzeugen oder sogar Bobbycar-Bussen (für bis zu vier Insassen) erlebnisreiche Runden zu drehen.  Allgemein bekannt ist, dass diese Spielautos für Kleinkinder generell durch das Abstoßen mit den Beinen zügig Fahrt aufnehmen. Doch die Flensburger Nachwuchsrennfahrer dachten schon einen Schritt weiter und orientierten sich an realen Alltagsfakten: Ein Fahrzeug muss auch betankt werden. Somit reifte der Wunsch, eine eigene „Bobbycar-Tankstelle“ zu besitzen. Eine bauliche Herausforderung, die großes Fingerspitzengefühl erfordert.

Diese Aufgabe setzten die Teilnehmer der diesjährigen „Job-Navi“ Maßnahme wunschgerecht um. Mit Unterstützung der Fachanleiter starteten die Jugendlichen im Alter von 18 bis 25 Jahren ihr ehrgeiziges Projektvorhaben. Nachdem die Dimension festgelegt wurde, ging es darum, das Material zu organisieren. Im Anschluss schraubten und werkelten die Jugendlichen in Eigenregie. Innerhalb weniger Wochen entstand somit eine adäquate Bobbycar-Tankstelle für den individuellen Einsatz. Die Leiterin der städtischen Kindertagesstätte, Silke Rux, lobte bei der Übergabe das große Engagement der Jugendlichen: „ Mit dieser kreativen Ideenumsetzung  haben die Jugendlichen einen Herzenswunsch der Kinder erfüllt.“

Das Projekt „JobNavi“ des Jobcenters Flensburg ermöglicht seit 2016 berufliche Orientierungen für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren. Umgesetzt wird diese Maßnahme durch die Kooperation der Gesellschaft für „beruf + bildung“ (bb) und der Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land. Die Teilnehmer sind 30 Stunden pro Woche im Projekt und können maximal zwölf Monate an der Maßnahme teilnehmen. An drei Tagen der Woche erhalten sie theoretische Grundlagen in der Gesellschaft für „beruf + bildung“; an zwei Tagen erfolgt dann der Praxisteil in den Werkstätten der Kreishandwerkerschaft am Harnis.


Kreishandwerkerschaft Flensburg ausbildungsbegleitende Hilfen 2

BvB ist Meister!

Werde Teil des Teams für die neue Saison

Momentmal, das kann doch nicht stimmen. Die schwarz-gelben aus dem Ruhrpott haben sich doch nicht die Schale geholt. Aber wir im Norden! Zwar keine Schale, aber den Erfolg. Denn ein Team aus erfahrenen Handwerkern und Pädagogen der Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land hat in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Flensburg und dem Jobcenter in Flensburg 24 junge Menschen dabei unterstützt, im Rahmen unserer BvB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme) eine Perspektive für die Zukunft zu bekommen, sei es durch Ausbildung, weiterführende Schule oder Bundesfreiwilligendienst.

Durch unsere Kooperationsparter bb gesellschaft für beruf + bildung mbH und dem Jugendaufbauwerk Flensburg gelang uns eine gute Vernetzung mit den Akteuren des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes. Durch einen guten Kontakt zu den regionalen Betrieben ist es uns möglich, auf die vielfältigen Wünsche und Bedürfnisse einzugehen und dadurch zum erfolgreichen Start der jungen Menschen in den Berufsalltag beizutragen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung tragen dazu bei, dass die jungen Menschen mit einem hohen Maß an Motivation die vielfältigen Aufgaben erledigen. Dabei ist es von großer Wichtigkeit, an die Ressourcen des Einzelnen anzuknüpfen und diese weiter zu entwickeln. Durch geschultes Fachpersonal gewährleisten wir eine qualifizierte Vorbereitung auf den beruflichen Alltag, davon profitieren neben den jungen Menschen auch die Betriebe.

Die Vorrunde - Eignungsanalyse

In der Vorrunde wurden verschiedene Disziplinen durchlaufen. Die Kenntnisse in den allgemeinen Fächern (Deutsch, Mathe, Englisch, WiPo) und Allgemeinwissen wurden getestet, gemischt mit verschiedenen Aufgaben, in denen gemeinschaftlich Probleme gelöst oder etwas hergestellt werden sollte. Dadurch sollte sich ein Überblick über die Kenntnisse und Fähigkeiten jedes Einzelnen verschafft werden.

Die Hauptrunde - Übergangsqualifizierung

Neben einem Teamchef in Form des Bildungsbegleiters, der die jungen Menschen bei der Praktikumssuche unterstützt hat, gab es mehrere Co-Trainer. Trainiert wurde in vielen Disziplinen wie Löten, Schmirgeln, Schleifen oder Herstellen elektrischer Verbindungen. Aber auch für das Gehirn gab es Futter, damit die Mannschaft fit für die Ausbildung gemacht wurde. Neben hartem Training gab es auch Zeit zum Entspannen oder Informieren. In Kappeln wurde ein Floß gebaut, Produkte der Flensburger Brauerei wurden nach einer Besichtigung gekostet oder im Mystery House musste man sich gemeinsam aus einem verschlossenen Raum befreien. Zudem wurden noch weitere Betriebe besucht, darunter Flensborg Avis, die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) oder das HAGE-Mischfutterwerk in Süderbrarup.

Lust aufs Team?

Wenn du mit anderen in deinem Alter zusammen auf die Berufswelt vorbereitet und erfolgreich in eine Ausbildung starten möchtest, kontaktiere sofort deinen Berater/Beraterin bei der Agentur für Arbeit Flensburg oder dem Jobcenter und hole dir alle nötigen Informationen. Dann bist du vielleicht auch bald in unserem Team. Wenn Sie als Ausbildungsbetrieb an dieser Erfolgsgeschichte teilhaben und junge Menschen durch ein Praktikum Einblicke in Ihre Arbeit ermöglichen möchten, nehmen Sie sehr gerne zu uns Kontakt auf.


Kreishandwerkerschaft Flensburg BU1 Werkstattwochen 2019

Kindergarten-Werkstattwochen bei der Kreishandwerkerschaft Flensburg

Kleine Baumeister erkunden das Handwerk

Beim Errichten eines Mauerwerks packten die jungen Handwerker fleißig an.

Abwechslungsreich geht es zu in den Werkstatthallen der Kreishandwerkerschaft am Harnis. Gerade für Kinder gibt es hier eine Vielzahl spannender Dinge zu entdecken. Nicht ohne Grund sind die alljährlichen „Werkstattwochen für Kindergärten“ äußerst beliebt und inzwischen zu einem festen Bestandteil im Bereich der Erlebnispädagogik geworden.

Wie in den vergangenen Jahren ist auch 2019 das Interesse an einer Teilnahme unter den regionalen Kindergärten groß. Verschiedene Einrichtungen aus Flensburg und der näheren Umgebung nahmen vom 29. April und bis zum 10. Mai an dieser besonderen Aktion teil. Insgesamt werkelten über 300 Kinder in den Werkstatthallen am Hanis unter fachkundiger Aufsicht und entdeckten somit frühzeitig die Berufswelt auf eine spielerische Art und Weise.

Die Ausbildungsmeister und Auszubildenden der einzelnen Fachrichtungen leiteten die Kinder an, das Handwerk zum Beispiel beim Mauern oder bei kreativen Holzgestaltungsarbeiten kennenzulernen. Am jeweiligen Tagesprogramm beteiligte sich auch die Friseur-Innung mit einem umfangreichen Schmink- und Gestaltungsangebot. Einen erlebnisreichen Bobby-Car-Parcours organisierte zudem die Kfz-Innung und für das alltägliche Frühstücksangebot, gesponsert vom Versorgungswerk der Kreishandwerkerschaft, zeigte sich die Fleischer-Innung verantwortlich.  Eine vorbildliche Aktion also, die dem regionalen Nachwuchs erneut viel Freude bereitete.


Kreishandwerkerschaft Flensburg BU1OMT April 2019

Obermeisterversammlung der Kreishandwerkerschaft Flensburg

Kreishandwerksmeister Günther Görrissen (li.) ehrt die ehrenamtlichen Leistungen von Johannes Thomsen

Verschiedene Innungsvorstände neu- und wiedergewählt

Im Kontext einer mehrheitlich positiven konjunkturellen Stimmung eröffnete Kreishandwerksmeister Günther Görrissen Ende April die Frühjahrstagung der Obermeister. Unter dem Tagungsordnungspunkt „Aktuelles aus den Innungen“ informierten die anwesenden Obermeister über die jeweilige wirtschaftliche Lage ihrer Mitgliedsbetriebe. Innungsübergreifend kann die derzeitige Auftragslage als besonders erfreulich bewertet werden.  Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.

Die Friseur-Innung hat einen neuen Vorstand gewählt. Motiviert und engagiert wollen die Mitglieder die derzeitigen Herausforderungen angehen. Die Maler-Innung eröffnete erst kürzlich ihre neue Malerschule auf dem Gelände der Kreishandwerkerschaft am Harnis. Die grundlegende Neugestaltung setzt zukunftsorientierte Aspekte. Die Mitglieder der Fleischer-Innung beschäftigt derzeit die jeweilige Preisentwicklung für Schweine-Erzeugnisse und Kältemittel. Für beide Segmente sind die Preise stark angestiegen. Nachwuchsprobleme gibt es insbesondere bei den Fleischereifachverkäuferinnen. Für die Kfz- und Tischler-Innung stellten sich jeweils die neu gewählten Obermeister vor. Günther Brodersen (Kfz) und Thorsten Göldner (Tischler) berichteten erstmalig vom aktuellen Geschehen aus ihrer jeweiligen Innung. Für die Fachbetriebe der Kfz-Innung wird die Umsetzung der neuen AU-Verordnung zu einer Herausforderung. Bis zum Jahresende sollen alle Betriebe zertifiziert werden. Die Vorgänger von Günther Brodersen und Thorsten Göldner erhielten auf der Obermeistertagung eine würdevolle Auszeichnung für ihre langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Günther Görrissen (Kfz) und Johannes Thomsen (Tischler) zeigten sich sichtlich erfreut.

Das Grußwort der Handwerkskammer übermittelte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Dirk Belau. Der Gastredner lobte die grundsätzliche Pflege der „Kultur des Dialogs“ und ging auf die aktuelle Konjunkturumfrage ein. Bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen berichtete Dirk Belau von einem positiven Anstieg. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn 645 Verträge abgeschlossen (Vorjahr 597).  Positives auch aus der Politik: Die Meistergründungsprämie kommt und die Rückführung zur Meisterpflicht soll 2019 noch umgesetzt werden.

Im Bericht des Kreishandwerksmeisters ging Günther Görrissen unter anderem auf den Stand der Bildungsmaßnahmen ein. Erfreulich ist die hohe Auslastung, einhergehend mit einer Personal- und Raumknappheit. Die Kreishandwerkerschaft plant daher bauliche Veränderungen. Per Abstimmung plädierten die Obermeister für die Umsetzung weiterer Planungsschritte. Folgende Termine kündigte der Kreishandwerksmeister unter anderem an: Himmelfahrtstreffen der rechtschaffenden Fremdgeschriebenen in Flensburg (30. Mai), Obermeistertagung am 21. November in den Räumlichkeiten der VR-Bank sowie die Vergabe der Jugendhandwerksmedaille bei der Nord-Ostsee Sparkasse am 9. Dezember.


Kreishandwerkerschaft Flensburg Fruehschoppen 2019

Handwerkerfrühschoppen 2019

Handwerk und Politik: Herausforderungen gemeinsam meistern

Kreishandwerksmeister Günther Görrissen

Der Festsaal des Restaurants „Borgerforeningen" diente Ende Januar erneut als Kulisse für den traditionellen Handwerkerfrühschoppen. Geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft folgten der Einladung der Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land zur insgesamt 32. Veranstaltung.

Mit Spannung wurde die Festrede von Kreishandwerksmeister Günther Görrissen zum Thema „Handwerk und Politik – Politik und Handwerk" erwartet. Das Jahr 2019 wartet mit neuen Herausforderungen und Aufgaben auf das Handwerk. Die Fachbetriebe sprechen von einer guten konjunkturellen Lage.

Doch nicht nur die Wirtschaftskraft ist entscheidend, sondern auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweiges: „Über 30 Prozent aller Lehrlinge in Schleswig-Holstein werden im Handwerk ausgebildet. Damit sorgen wir überproportional dafür, dass durch ein funktionierendes duales Ausbildungssystem die Jugendarbeitslosenquote so gering ist wie fast nirgendwo sonst in Europa", betonte der Kreishandwerksmeister. Wenn junge Menschen durch ihre Arbeit eine gute Zukunft haben, dann ist das auch ein Garant dafür, dass die gesamte Gesellschaft davon profitiert: „Das Handwerk ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst. Gemeinsam mit der Politik müssen wir die Herausforderungen meistern".

Doch Voraussetzung dafür ist, dass Fachkräfte zu bekommen sind. Zahlreiche Stellen sind nicht besetzt und auch viele Ausbildungsplätze sind noch frei. „Das Handwerk muss sich immer wieder präsentieren und den jungen Menschen klar machen, was sich für ein großes Potenzial gerade jetzt bietet", so Günther Görrissen. Um junge Menschen an das Handwerk zu binden, muss aber noch mehr getan werden, betonte Görrissen weiter: „Dabei brauchen wir auch die Hilfe der Politik. Zum Beispiel erst eine Ausbildung im Handwerk und dann studieren". Auf das Schwerpunktthema seiner Rede „Handwerk und Politik – Politik und Handwerk" ging Kreishandwerksmeister Günther Görrissen im Anschluss gezielt ein.

Bundes-, landes- und kommunalpolitische Entscheidungen haben direkten Einfluss auf das Handwerk vor Ort. So ist zum Beispiel das Kfz- Gewerbe von den Debatten zu den Themen Fahrverbote und Messmethoden stark betroffen. „Es gibt Nachrüstsätze, die den Diesel sauberer machen. Doch diese kosten richtig viel Geld. Dieser Mehraufwand darf nicht am Handel und unseren Kunden hängen bleiben. Die Politik ist aufgefordert, den Herstellern klare Vorgaben zu machen", mahnte Görrissen. Beim Thema Messmetoden forderte Görrissen gleichgewichtete Vorgaben, die EU weit gelten. „Dass Verbrennungsmotoren Abgase erzeugen und unsere Gesundheit gefährden ist fakt. Diese Gefährdung zu minimieren ist eine große Aufgabe. Aber bitte nicht nur bei den Autofahrern ansetzen. Schiffe, Braunkohlekraftwerke, Flugzeuge und Industrieanlagen gehören ebenfalls dazu".

Die E-Mobilität ist eine Alternative, so Görrissen weiter, aber ob die Energie- und Ökobilanz auch aufgeht, ist aktuell schwer zu beurteilen. Der Kreishandwerksmeister richtete dabei sein Augenmerk auf die Herstellung und Entsorgung der benötigten Batterien sowie die Rohstoffgewinnung: „Wir müssen die ökologischen und politischen Begleitumstände stets berücksichtigen".

Mit langen Bearbeitungszeiten bei Baugenehmigungen hat seit Jahren das Bauhandwerk zu kämpfen. Der Kreishandwerksmeister informierte über konstruktive Gespräche mit Vertretern der Stadt. „Den Erwartungen müssen nun Taten folgen", so Günther Görrissen. Auch das Thema Ausschreibungen ist stets präsent. Hierbei setzt das Handwerk auf das neue Vergabegesetz, das es auch für kleine und mittlere Betriebe wieder interessant macht, an Ausschreibungen teilzunehmen. Die Umsetzung eines neuen Verpackungsgesetzes bewertet Görrissen grundsätzlich als positives Signal.

Doch im betrieblichen Alltag gibt es gravierende Unterschiede zu beachten, die oftmals zu Unklarheiten führen: „Neue Gesetze sind gut, man muss sie aber auch verstehen. Wir hören immer das Wort „Entbürokratisierung". Dies muss auch mal mit Leben gefüllt werden. Ein Aufruf an die Politik".

Verständnis erntet das Handwerk derzeit für Anregungen zum Änderungsgesetz aus dem Jahre 2004, das zur Abschaffung der Meisterpflicht in einigen Berufen führte: „Es besteht die Chance dazu, dass in einigen Gewerken der Meister wieder zur Pflicht wird. Die Politik diskutiert gerade darüber und ich hoffe, dass dies auch durchgesetzt werden kann. Zum Wohle des Handwerks und der Qualität", erklärte Günther Görrissen.