Innungsversammlung der Innung des Baugewerbes Flensburg Stadt und Land
Neue Ausbildungsordnung greift ab August 2026

Die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) ist ein international renommiertes Unternehmen mit einer über 150-jährigen Tradition. Zum Kerngeschäft zählen heute innovative Lösungen für den wehrtechnischen Bereich. Dazu gehören unter anderem Komplettkonstruktionen, die von der Entwicklung bis zur Fertigung reichen, Modernisierungen und Instandhaltungen sowie termingerechte weltweite Auslieferungen und ein ergänzender After-Sales-Service. Auftraggeber aus über 40 Ländern vertrauen seit vielen Jahren auf die hochentwickelten Fahrzeugtechnologien aus Flensburg.
Das Werksgelände in der Mads-Clausen-Straße ist für den Publikumsverkehr grundsätzlich nicht frei zugänglich, doch für die Mitglieder der Innung des Baugewerbes Flensburg Stadt und Land öffneten sich Anfang Oktober die Tore für einen Rundgang durch die Fertigungshallen. Die informative Führung beinhaltete vielfältige Einblicke in die tägliche Arbeit der Ingenieure, Konstrukteure, Elektroniker, Programmierer und Kfz-Mechatroniker. Fahrzeuge konnten ebenfalls begutachtet werden. Darunter der Schützenpanzer Marder, der Waffenträger Wiesel 2 oder der Kampfpanzer Leopard 2. „Die Stärken der FFG liegen in der Herstellung, Umrüstung, Optimierung, Wartung und Reparatur von Rad- und Kettenfahrzeugen sowie in der Entwicklung und Realisierung maßgeschneiderter Konzepte der Aluminiumtechnik“, erklärt FFG-Mitarbeiter Oliver Karstens.
Nach einer anschaulichen Exkursion über das Werksgelände eröffnete Obermeister Hans-Henning Hansen im Seminarraum der FFG die halbjährliche Innungsversammlung. Positiv blickte er unter anderem auf die vergangenen Monate zurück, denn mit insgesamt sechs Fachseminaren ermöglichte die Innung ein breitgefächertes Veranstaltungsprogramm. Sorgenfalten bereiten Hans-Henning Hansen jedoch die aktuellen Ausbildungszahlen bei den Maurern: „Im ersten Ausbildungsjahr sind in diesem Fachgebiet nur elf Lehrlinge gestartet. Das ist auf Dauer einfach zu wenig“, unterstreicht der Obermeister. Die Vertreter der Berufsschule verwiesen im Hinblick auf die allgemeine Lage bei allen Berufszweigen des Baugewerbes und im Landesvergleich hingegen auf gute Zahlen. Vereinzelte Rückgänge stehen jedoch auch mit persönlichen Präferenzen der jungen Leute in Verbindung. So haben einige Tätigkeitsfelder an Attraktivität für Berufsstarter verloren, so die Einschätzung der Pädagogen. Ein weiteres derzeit stark diskutiertes Thema: Die Abschaffung der Ausbildungsnachweise. Dazu der Obermeister: „Das ist das einzige Dokument, das bescheinigt, was der Lehrling gelernt hat. Ich erwarte von einem Azubi, dass er sich mit seinem Beruf identifizieren kann“, macht Hans-Henning Hansen deutlich.
Jan Hendrick Plischke vom Baugewerbeverband Schleswig-Holstein informierte die Innungsmitglieder im Anschluss über die neue Ausbildungsordnung für Berufe in der Bauwirtschaft. Diese greift ab dem ersten August 2026 mit der Untergliederung in Prüfungsteil 1, bisherige Zwischenprüfung, und Prüfungsteil 2: „Die Schwerpunktvermittlung und Spezialisierung sollen mehr Raum einnehmen. Die Grundidee ist, für jeden Lehrling zu schauen, welche Ausrichtung idealerweise passt“, sagt Jan Hendrick Plischke. Die Ausbildungsstätte des Baugewerbes für Zimmerer in Flensburg verfügt über einen guten Ruf und hervorragende Kompetenzwerte. Darauf sind auch andere Interessengemeinschaften, wie die Schleswiger Bau-Innung, aufmerksam geworden. Im Rahmen der Lehrlingsausbildung könnte zukünftig eine Zusammenarbeit realisiert werden. Eine erste Kontaktaufnahme hat bereits stattgefunden.



