Branchentreff der Kraftfahrzeug-Innung Flensburg Stadt und Land
Die Zukunft ist elektrisch – doch was wird aus den Kraft- und Schmierstoffen

Ein gutes Jahrhundert lang war die Sache für automobile Schmiermittelhersteller klar. Verbrennungsmotoren und Getriebe mussten geschmeidig gehalten werden. Im Laufe der Jahrzehnte nahm die Leistungsstärke der Antriebe immer weiter zu und die Laufzeiten der Fahrzeuge stiegen ebenfalls an. Neue Maßstäbe veränderten die Anforderungen an die Schmierstoffe. Stetige technische Weiterentwicklungen sorgten dafür, dass erweiterte Aufgaben zielgerichtet bewältigt werden konnten. Im Hinblick auf die Elektromobilität sind Schmierstoffe genauso wichtig wie bisher. Sie verlängern das Leben der Komponenten, erhöhen die Effizienz und tragen damit zur Reichweitenverlängerung bei. Aufgrund der Elektrizität mussten die Entwickler jedoch neue Wege beschreiten. Über den Stand des eigenen Produktportfolios informierten Ende September zwei Fachreferenten der Hoyer B.V & Co. KG die Mitglieder der Kraftfahrzeug-Innung Flensburg Stadt und Land auf dem alljährlichen Branchentreff.
Die Unternehmensgruppe aus dem niedersächsischen Visselhövede gehört zu den Weltmarktführern im Sektor Flüssiggüter. Speziell für die Bereiche der Lebensmittel-, Gas- und chemischen Industrie sowie Mineralöl. Bundesweit bekannt geworden ist Hoyer durch den Vertrieb der Marke AdBlue. Hoyer verfügt ebenfalls, mit bundesweit 300 Standorten, über ein breit angelegtes Tankstellennetz. Servicelösungen für die Elektromobilität, wie der Aufbau von Ladeinfrastrukturen, sind ein wesentlicher Bestandteil dabei. „Gut 90 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir derzeit noch mit klassischen Mineralölen und Schmierstoffen jedoch werden die Veränderungen im automobilen Sektor Auswirkungen auf beide Bereiche haben“, erklärt Referent Michael Smolinski. Mit der Entwicklung eines nachhaltigen synthetischen Kraftstoffes aus nachwachsenden Rohstoffen für Dieselfahrzeuge erweitert Hoyer sogar die Möglichkeiten für alternative Technologien ohne Umrüstungen: „Mit HVO100 stellen wir eine saubere Lösung für fast alle Dieselmotoren vor“, so Smolinski weiter. Es ist also notwendig, schon jetzt gut vorbereitet zu sein. Obermeister Günther Brodersen betonte: „Ein Thema, das für viele Werkstätten immer bedeutsamer wird und wir erhalten heute Abend praktische Tipps aus erster Hand“.
Referent Norman Siemers informierte anschließend über den aktuellen Mobilitätsstand in Deutschland. Derzeit sind bundesweit 49 Millionen Fahrzeuge registriert. Drei Prozent davon sind reine Elektrofahrzeuge: „So wie es heute ist, wird es in zehn Jahren in den Autohäusern und Werkstätten aber nicht mehr sein“, prognostiziert er. Der Schmierstoffbedarf wird sich nachhaltig verändern, so Sievers weiter, und die Trends gehen in Richtung recyclebare und bio-basierte Basiskomponenten: „E-Fahrzeuge benötigen ebenfalls Schmierstoffe. Angefangen bei Getriebeölen und Ölen für Klimakompressoren bis zu Kühl- und Bremsflüssigkeiten“. Ein Marktsegment, auf das die Unternehmensgruppe jetzt schon gut vorbereitet ist.
Nach der Vorstellung von automobilen Trends und Technologien rückte die interaktive Unterhaltung etwas mehr in den Vordergrund des Themenabends. Der Glücksburger Mentalist und Gedankenleser Florian Fränz verzauberte das Fachpublikum mit einem außergewöhnlichen Showerlebnis, bei dem die Kombination aus Witz und Wunder großes Erstaunen auslöste. Die Einbindung der Gäste in das Geschehen gehörte dazu. Somit entstand eine gelungene Performance mit lebendiger Atmosphäre und anhaltendem Gesprächsstoff.

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